«Literatur im Foyer» – «Buchkunst: Ein Musenkuss aus Bild, Sprache und Bildsprache.»

am Mittwoch, 26. April um 19.30 Uhr

Ort: Foyer

Es treffen sich: Ursula Pecinska, ehemals Galerie für Kunst und Literatur, Julia Vermes, Buchkunst-Sammlerin, Krassimira Drenska, Buchkunst und Vorstand FORUM BUCHKUNST BASEL mit ihrem Mann Dadi Wirz, Künstler, und Barbara Groher, Autorin und Künstlerin.
Moderation: Johanna Gerber

Bei der Buchkunst versucht die Künstlerin, der Künstler das Buch neu zu definieren. Der Inhalt des Buches wird allenfalls noch als Geistesblitz verwendet, oft aber entstehen neue Bücher und damit auch neue Inhalte. Für die Kunstschaffenden ist Buchkunst die Herausforderung, mit Bestehendem Neues zu schaffen, das Buch neu zu erfinden. Fantasie und künstlerischer Ausdruck dürfen beim Büchermachen alle Grenzen überschreiten. Die Buchkunst ist inspirierend und visionär, ein eigenständiges Genre der bildenden Kunst. Das Künstlerbuch gibt es seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, es ist eines der vielen Ausdrucksmittel der Avantgarde, der Moderne und ein häufig verwendetes Medium der Kunstszene.

Oft sind Künstlerbücher Simulation einer Erinnerung, die es nie gab, rufen eine verloren gegangene Wirklichkeit zurück, die nie war, die nie kommen wird und legen Spuren einer scheinbaren Dokumentation durch Hinzufügen anderer Erinnerungen; eine sinnlich fassbare Symbiose zwischen Literatur und der bildende Kunst. Durch die künstlerische Qualität der Bilder, Photographien, Zeichnungen, Collagen und den poesievollen Texten und Gedichten werden diese Bücher zu Kostbarkeiten, die man ungern aus den Händen legt.

Barbara Groher: Vom Buch zur Kunst zur Buchkunst. Das klingt logisch. Und das ist es rückblickend gesehen auch. Barbara Groher begann 1962 als Galeriesekretärin, wurde Werbetexterin, wurde Schriftstellerin, wurde Künstlerin, gründete einen Verlag und einmal sagte sie von sich: Erlöse mich mein Kleingeist, in mir steckt Welt! Ihre Welt ist poetisch, spirituell, spekulativ. Das drückt die Künstlerin in der Sprache und der Bildsprache aus. Ihre Themen kreisen um Symbolik und Verschlüsselungen. Häufig überrascht sie sich selbst. Und ganz wesentlich erscheint ihr der Satz: Zwei Seiten hat ein jedes Ding, Lied aus beiden sing’. Barbara Groher wurde 1941 in Leipzig geboren, zog 1973 in die Schweiz und lebt seit 1983 in Arlesheim BL. Berufsverbindungen: AdS, Autillus, BKG, PEN, Pro Litteris.

Dadi Wirz wurde 1931 in Muttenz geboren, er ist der Sohn des Baslers Ethnologen und Südseeforscher Paul Wirz, er lebt und arbeitet in Reinach bei Basel. Seine Tätigkeitsbereiche als Künstler sind Malerei, Keramik, Radierung, Zeichnung, Objektkunst, Konzeptkunst, Mail-Art und Druckgrafik. Seit 1952 hat er zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland und nimmt an wichtigen internationalen Ausstellungen teil, wie z.B. die zweite Biennale in Sao Paulo oder der Salon des Réalitées Nouvelles im Musée d’Art Moderne in Paris. Seine Arbeiten, sei es als Einzelwerke oder ganze Installationen, befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Kunstkredits BS und BL sowie in zahlreichen Privatsammlungen. 1955 Organisierte er seine eigene Expedition am Sepik Fluss, Neuguinea; sammelte während elf Monaten Stammeskunst und realisierte einen Dokumentarfilm über die Kampftanz-Riten der Papua in der Sepik Region.

Krassimira Drenska, geboren 1947 in Sofia, Bulgarien, seit 1980 die Niederlassung in der Schweiz, lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Reinach bei Basel. Sie absolvierte die Akademie für Bildende Künste in Sofia, spezialisierte sich in Originaldruck und Buchgestaltung, ist Kunstredaktorin im Verlag der Bulgarischen Schriftsteller. 1999 initiierte und leitete sie das Projekt Künstlerbuch in Basel. Im 2002, als das Forum Künstlerbuch Basel gegründet wird, übernimmt sie die Leitung. Seit 2002 kuratiert sie zahlreiche Ausstellungen mit Künstlerbüchern im In- und Ausland. Sie nahm teil an zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland und beteiligte sich an wichtigen internationalen Ausstellungen sowie Biennalen. Einige ihrer Arbeiten befinden sich in den Sammlungen des Kunstkredits BL, der Universitätsbibliothek Basel sowie in weiteren Bibliotheken und in zahlreichen Privatsammlungen.

Ursula Pecinska lebt nach längeren Aufenthalten in England, Canada und Polen seit 20 Jahren in Blauen. Sie hat u.a. die Galerie Palazzo in Liestal geleitet, war Assistentin im Museum für Gestaltung Basel, Leiterin des Literaturhaus-Cafés Kafka am Strand und führte von 2009 bis Ende 2012 eine eigene Galerie in Basel: Raum für Kunst, Literatur und Künstlerbücher. In der Galerie am Totengässlein fanden neben den Wechselausstellungen und thematischen Ausstellungen wöchentlich literarische Veranstaltungen und Performances statt. Permanent ausgestellt waren Künstlerbücher von über 40 nationalen und internationalen Buchkünstlerinnen und Buchkünstlern.
Im Herbst 2015 erschien ihr Buch Hallgatás Das Tagebuch der Krisztina im bilgerverlag Zürich und 2000 das Buch Basel: Visionen und verpasste Chancen im Verlag Schwabe, Basel.

Julia Vermes ist 1940 in Budapest geboren.
Nach der Handelsmatura erfolgte eine Ausbildung zur Dekorateurin. Sie lebt seit 1967 in Basel und arbeitete 33 Jahre in einer Privatbank. Nach ihrer Pensionierung intensivierte sie ihre Sammlertätigkeit in diversen Gebieten, die alle mit der Schrift zu tun haben: Alphabete (700), Künstlerbücher (800), Insel-Bücherei (950), Exlibris (4‘000) und Brieföffner (600). Sie organisierte 15 Einzelausstellungen mit ihren Sammlungen in Basel, Fribourg, Offenbach, Budapest und nahm an Gruppenausstellungen in Zürich, Reutlingen, Memmingen, Leipzig und New York teil. Es entstanden zwei Kataloge, einer über die von 42 Buchkünstlerinnen und Buchkünstler überarbeiteten Insel-Bücher und ein zweiter über die Brieföffner.

D i a l o g I D i s k u s s i o n I B ü c h e r t i s c h


Weitere Daten «Literatur im Foyer»: 20.02.2017, 19 Uhr, 22.02.2017, 19.30 Uhr, 21.03.2017, 14.30 Uhr21.03.2017, 18.30 Uhr , 26.04.2017, 17.05.2017

Datum

26.04.2017 19.30 bis 21.30

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