«Heute: Geschlossene Gesellschaft» nach Jean-Paul Sartre

am Samstag, 06. Mai um 19.30 Uhr

Ort: Saal

Ein Gastauftritt der Hochschule der Künste Bern.

Spiel: Hanna Röhrich (Estelle), Andrea Zwicky (Inès), Julian Schneider (Garcín)
Mentorat: Stefan Saborowski

Der Titel des Masterprojekts von Hanna Röhrich, Andrea Zwicky und Julian Schneider verspricht den klassischen Stoff Sartres „Geschlossener Gesellschaft“ mit Aktualität und Brisanz zu verbinden.
Brisant und rasant ist an diesem Abend vor allem eins: Das Spiel der drei Absolvent_innen der Hochschule der Künste Bern, die der performancelastigen freien Szene bewusst ein klassisches Schauspiel in einem Akt entgegensetzen.

Mutig und uneitel setzen sich die drei Schauspieler_innen mit sich gegenseitig und ihren Rollen auseinander – die Bühne wird im besten Sinne zu einem Spiegel der Gesellschaft sowie zu einem Schlachtfeld für die Auseinandersetzung mit ihren Normen.
Die Emotionalität des Dramendreiecks, die Sartre wie kein Anderer beschreibt, wird von dem jungen Ensemble ernstgenommen und auf die Spitze getrieben.

«Die Hölle, das sind die anderen.» In diesem Satz beschreibt Sartre die seit spätestens Zeiten der Aufklärung bestehende Zwickmühle zwischen Individualismus und gesellschaftlichem Zwang. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen auch die beiden sehr unterschiedlichen Frauenfiguren sowie die prototypisierte Darstellung der Männerrolle. Der Text, der in den ersten Jahren der Genderdiskussion entstand, wirft fragen im Bezug auf Feminismus und Emanzipation auf, die bis heute aktuell geblieben sind. 

«Was ich auch über mich sage, immer spielt das Urteil andrer hinein. Das bedeutet, wenn meine Beziehungen schlecht sind, begebe ich mich in die totale Abhängigkeit von andren. Und dann bin ich tatsächlich in der Hölle.»
- so Jean Paul Sartre über das Stück. 

«Wie präsentieren sich unsere Figuren ihrer Umgebung und inwiefern steht dies im Widerspruch zu ihrem Innenleben?
Welche Strategie(n) verfolgen unsere Figuren um sich der Gemeinschaft zu entziehen oder an ihr teilzuhaben?»

Dies sind die Fragen, die sich die drei jungen Künstler_innen am Ende ihres Masters stellen und somit auch die Frage, welche Rolle(n) Sie in der Gesellschaft einnehmen wollen.

«Deshalb haben wir uns für das Stück «Geschlossene Gesellschaft» von Jean-Paul Sartre entschieden, da es eine Ausgangslage bietet, in der wir einen großen Spielraum und ein großes Potenzial sehen uns im wörtlichen Sinne spielerisch auszutoben»
- sagt Julian Schneider über die Wahl dieses verstaubt anmutenden Stoffes, dem die drei Schauspieler_innen gemeinsam mit ihrem Mentor Stefan Saborowski gekonnt leichtfüßig zu neuem Glanz verhelfen. 

Aus diesen Komponenten entsteht ein Theaterbend, der zugleich beklemmend und befreiend ist – und mit sicherheit noch einige Zeit in den Köpfen der Zuschauer hängenbleibt.

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Datum

06.05.2017 19.30 bis 21.00

Preise

Bereich Kategorie Preis in CHF
A Regulär 28.-
A IV & Studenten 18.-
A Schüler & Theaterschaffende 15.-

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