Das Forum Schwarzbubenland wendet sich mit einem offenen Brief an das Bundesamt für Strasen (ASTRA) und den Regierungsrat des Kantons Baselland mit einem Antrag auf Wiederherstellung von Tempo 80 km/h im Eggfluetunnel (A18). Technische Sicherheitsmassnahmen sollen umgesetzt werden, damit die Temporeduktionen auf 60 km/h wieder rückgängig gemacht werden kann.
Das Forum Schwarzbubenland wendet sich als überparteiliche Interessenvertretung unserer Region mit einem dringenden Anliegen: Die Reduktion der Höchstgeschwindigkeit im Eggfluetunnel von 80 km/h auf 60 km/h stösst auf breites Unverständnis und beeinträchtigt den Verkehrsfluss sowie die Standortattraktivität unserer Region.
Unsere Position: Technologie vor Verlangsamung
Wir anerkennen das gemeinsame Ziel, die Sicherheit im Eggfluetunnel auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Wir sind jedoch dezidiert der Auffassung, dass eine Temporeduktion lediglich als Ultima Ratio – als allerletztes Mittel – fungieren darf, wenn sämtliche baulichen und technischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
Wir fordern Sie daher auf, die Temporeduktion zu revidieren und stattdessen technische Massnahmen zur Sicherheitssteigerung umzusetzen:
- Optimierung der Signalisation: Modernste, dynamische Leitsysteme, die situativ auf Gefahren hinweisen.
- Lichtsignale und Markierungen: Verbesserte visuelle Führung im Tunnel sowie optimierte Lichtsignalanlagen an den Portalen.
- Physische oder optische Richtungstrennung: Massnahmen zur aktiven Verhinderung von Spurabweichungen.
- Technische Überwachung: Einsatz modernster Sensorik zur frühzeitigen Detektion von Störungen.
Begründung für die Beibehaltung von Tempo 80 km/h
- Standortattraktivität und wirtschaftliche Aspekte
Der Eggfluetunnel ist die zentrale Lebensader für das Laufental und das Schwarzbubenland. Die aktuelle Reduktion führt zu unnötigen Fahrzeitverlängerungen, die sich während der Stosszeiten durch Stau-Effekte potenzieren. Dies schwächt die Attraktivität unserer Region für Pendler und Gewerbebetriebe nachhaltig.
- Vermeidung von Ausweichverkehr in Siedlungsgebieten
Wir beobachten mit grosser Sorge, dass Navigationssysteme aufgrund der künstlichen Verzögerung auf der Hauptachse vermehrt Routen durch umliegende Dorfkerne wie Grellingen oder Duggingen vorschlagen. Dieser Schleichverkehr belastet die Wohnqualität und gefährdet die Sicherheit der Anwohner – ein Effekt, der durch den flüssigen Verkehr auf der N18 mit Tempo 80 km/h vermieden wird.
- Ökologische Bilanz und Akzeptanz
Die Infrastruktur des Tunnels ist baulich für Tempo 80 ausgelegt. Ein ständiges Abbremsen vor den Portalen und anschliessendes Beschleunigen resultiert in einem höheren Schadstoffausstoss sowie unnötigem Lärm. Eine Massnahme, die von der Bevölkerung zudem als reine Schikane wahrgenommen wird, verliert an Akzeptanz für die kantonale und nationale Verkehrspolitik.
Strategische Bedenken zur Verkehrspolitik:
Die Tendenz, die Leistungsfähigkeit wichtiger Verkehrsachsen durch Temporeduktionen einzuschränken, ist besorgniserregend. Neben der Sicherheit muss der Aspekt der Zeitersparnis sowohl im Individual- als auch im öffentlichen Verkehr wieder die gebührende Priorität erhalten.
Fazit
Die Sicherheit muss gewährleistet sein – aber nicht auf Kosten der Funktionalität einer der wichtigsten Hauptachsen der Region, solange technisch-organisatorische Alternativen zur Verfügung stehen. Die aktuelle Massnahme steht in ungünstigem Verhältnis zum Nutzen.
Christian Imark, Nationalrat und Standortförderer
Dr. Dieter Künzli, Präsident Forum Schwarzbubenland,