Denkmal Flugzeugabsturz Hochwald
Im Schwarzbubenland ereignete sich das bisher schwerste Flugzeugunglück der Schweiz: Am 10. April 1973 verunglückte ein britisches Passierflugzeug beim vermeintlichen Landeanflug auf den Flughafen Basel-Mulhouse in Hochwald: 108 Menschen starben, 37 überlebten. An den Absturz erinnert eine Gedenkstätte.
Von London-Luton über Bristol aus sollte es zur Mustermesse nach Basel gehen. Doch die Piloten gerieten in dichten Nebel und starken Schneefall, was sie mangels Sicht und Orientierung – nicht zuletzt auch durch Navigationsfehler – im Luftraum herumirren liess, bis das Flugzeug an einem bewaldeten Hang in Hochwald verunglückte. 1974 wurde nahe der Unfallstelle eine Gedenkstätte eingerichtet. Eine britische und eine Schweizer Fahne flankieren diesen Ort.
Ich nehme den Bus bis Hochwald, Dorfzentrum, und folge der Hauptstrasse Richtung Seewen. Bald biege ich rechts in den Herrenmattweg ein und streife links die Moor-Nebel-Gärtnerei. Immer weiter geht es aufwärts, bis sich ein Hochplateau öffnet. An der Gabelung folge ich den Weg zum Rheinbundhaus, ein Pfadihaus, durch den Wald, bis ich im noch nicht belaubten Dickicht den Pfad zur Gedenkstätte erkenne. Es berührt, sich hier im ehemaligen Unglücksgebiet zu wissen. Die Gedenktafel informiert: «Den britischen Opfern der Flugzeugkatastrophe vom 10. April 1973. Regierungsrat des Kantons Solothurn. The British Government. Invicta Airlines and the affected communities of the South-West of England». Die rechts davon stehende Skulptur ist von Bildhauer Fritz Flury aus Grenchen (1920–1986) und lässt in einfachen, stilisierten Formen ein Flugzeug erkennen.
Um die Erlebnisse ausklingen zu lassen, wandere ich über den Standort ‹Herrenmatt› links Richtung Dornach vorbei an der Bergwirtschaft Herrenmatt und dem Reiterhof Herrenmatt. Ich folge der gelben Wanderraute abwärts und dem weiteren Wegweiser nach Dornach. Aus dem Wald komme ich heraus auf Matten, mit Blick auf den markanten Kletterfelsen und am Hof Untere Tüfleten vorbei. Unterhalb des Kletterfelsens fliesst der Lolibach, ein eigenes Ausflugsziel (Naturschutzreservat Lolibach .
Doch ich bleibe auf der asphaltierten Strasse ‹Im Tiefental›, ignoriere den Vitaparcours, blicke auf die Skyline der Roche-Türme in Basel, überquere die Hochwaldstrasse und folge bald nach dem Ortsschild der ‹Gemeinde Dornach› rechts den Fussweg stramm abwärts. Rechts nimmt mich die Hochwaldstrasse wieder auf. Von hier aus ist schon das charakteristische Gebäude der Musikschule Dornach zu sehen. Hier kann man den Bus Dornach, Musikschule, Richtung Bahnhof Dornach-Arlesheim oder Richtung Gempen nehmen. Natürlich kann man auch in Dornach verweilen, hier gibt es viel zu sehen, etwa vom Heimatmuseum Schwarzbubenland über den modernen Bau der römisch-katholischen Kirche St. Mauritius bis zum Schloss Dorneck und dem Goetheanum.
Quellen
SRF über den 50. Jahrestag
Wikipedia ‹Invicta-International-Airlines-Flug 435›
Text und Fotos: Sebastian Jüngel