Was hat es mit dieser Baracke auf sich? Haben Sie es gewusst?
Die Baracke ist der Arbeitsort von Helene Finckh und steht im Osten des Goetheanums in Dornach. Helene Finckh (1883–1960) war Berufsstenografin nach dem System Stolze-Schrey. Erfahren in Eilschrift und Debattenschrift sowie durch Wettschreiben, war sie vorbereitet, als sie ab 1915 damit begann, an die 1700 Vorträge Rudolf Steiners zu dokumentieren. Sie entwickelte dafür eigene Kürzel für häufig verwendete Begriffe. Ihre Arbeitsweise beschrieb Helene Finck so: «Ich habe mich ganz auf die Laute konzentrieren müssen, das Nachdenken über den Inhalt, das kam später, wenn ich das Stenogramm in die Maschine übertrug.» Anschliessend las sie das Ergebnis Marie Steiner vor, «Satz für Satz», was zu «notwendigen Korrekturen» führte. Bei der Übertragung in Maschinenschrift halfen ihr andere Stenografiekundige.
Um das Wirken von Helene Finckh zu würdigen, gestalteten das Goetheanum und das Rudolf-Steiner-Archiv eine kleine Dauerstellung über ihr Leben und ihren Umkreis in der Baracke, in der sie gearbeitet hat. Wann das Holzhaus gebaut worden war, ist nicht überliefert. Einer Fotografie zufolge muss es vor dem Ersten Weltkrieg errichtet worden sein. Am Helene-Finck-Haus gibt es auch Bienenstöcke.
Adresse: Goetheanum Gartenpark, Hügelweg Nr. 64a, 4143 Dornach.
Öffnungszeiten: samstags, 15 bis 16 Uhr
Quellen
Stiftung Kulturimpuls, ‹Helene Finckh›
Archivmagazin Nr. 12/2022 (Schwerpunkt ‹Helene Finckh)
Text und Fotos: Sebastian Jüngel