Rodersdorf Kapelle
Was hat es mit diesem Gebäude auf sich? Haben Sie es gewusst?
Das Gebäude ist das ehemalige Beinhaus der katholischen Kirche St. Laurentius in Rodersdorf aus dem 17. Jahrhundert. 1937 wurde es als Muttergottes-Kapelle umgestaltet und wohl noch bis zu Beginn der 1970er-Jahre als Beinhaus genutzt. Die Form des Eingangs – oben halbrund, unten fast quadratisch – erinnert an die des in Dornach erhaltenen Beinhauses (im Hintergrund) bei der alten Dorfkirche St. Mauritius, heute Sitz des Heimatmuseums Schwarzbubenland. Während in Dornach keine Umnutzung des Beinhauses erfolgte, es aber auch nicht mehr als solches verwendet wird, wurde das Beinhaus der Kirche St. Laurentius zu einer Kapelle.
Beinhäuser verweisen auf zu klein gewordene Friedhöfe. Die Gräber wurden aufgehoben und die Knochen im Beinhaus ein zweites Mal bestattet. Im Zuge der Umwandlung des Bauerndorfes Rodersdorf in eine Wohngemeinde (Bau vieler Einfamilienhäuser) verschwand manch Tradition, darunter die der sichtbaren Aufbewahrung der Gebeine.
Quellen
Carmen Agnetti-Hänggi, Sekretariat des römisch-katholischen Pfarramts St. Laurentius
Urs Bertschinger: Die Antoniuskapelle in Deitingen und die ‹Entdeckung des ehemaligen Beinhauses
Text und Fotos: Sebastian Jüngel