St. Wendelin-Kapelle Bärschwil
Wer ist hier drin zu sehen und warum? Haben Sie es gewusst?
Zu sehen ist der Heilige Wendelin in der ihm gewidmeten Kapelle in Bärschwil an der Grindelstrasse Richtung Grindel. Die Kapelle stammt von 1692. 1985 wurde sie renoviert. Dabei wurde der Glockenstuhl wieder mit Holzschindeln verkleidet. 2010 wurden der Dachaufbau neu gefasst und die Geläutmechanik überholt. Der Altar steht unter solothurnischer Denkmalpflege. Dass Krone und Szepter am Boden zu Füssen Wendelins liegen, zeugt davon, dass er die weltliche Macht abgelegt hat. Umgeben ist Wendelin von Schafen, Rindern und Pferden (im Hintergrund). Je nach Überlieferung lebte er im Umkreis des Trierer Bischofs Magnerich oder verzichtete als der mit der irisch-schottischen Region in Verbindung gebrachte Königssohn im 6./7. Jahrhundert auf seine Krone, lebte als Einsiedler und diente Gott. Bei Trier wirkte er eine zeitlang als Viehhirte. Und so wurde Wendelin zum Schutzpatron der Hirten, Bauern und des Viehs.
Doch warum hier, ausgerechnet in Bärschwil, eine Wendelin gewidmete Kapelle? Auch in Bärschwil war die Arbeit in der Landwirtschaft mühsam: Ihr Ertrag hing nicht nur vom eigenen Einsatz, sondern von äusseren Umständen ab, etwa von der hügeligen Landschaft, von Tierseuchen und Wetterlagen. Da lagen Fürbitte und Trost nahe. Daher wundert es nicht, dass es auch in anderen Gemeinden des Schwarzbubenlands Orte der Zuwendung zu Wendelin gibt.
- In Nuglar gibt es eine St.-Wendelin-Kapelle in der Ausserdorfstrasse 43, seit 1875 dem Heiligen Wendelin gewidmet, ohne ihn bildhaft zu zeigen.
- In Nunningen steht eine Wendelin-Kapelle im Bergweg 26. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sie liegt auf dem Weg vom Dorf zum Wasserfall St. Fridli
- Und es gibt wohl einige Flur-Bildstöcke im oberen Schwarzbubenland mit dem Heiligen Wendelin als Motiv.
Die Kapelle in Bärwschil ist Standort des Wertewegs mit dem Motto «Der Herr ist mein Hirte» (Psalm 23,1). Der 20. Oktober ist dem Heiligen Wendelin gewidmet.
Quellen
Webseite der Kirchgemeinde Bärschwil
Denkmalpflege des Kantons Solothurn
KI-Recherchen
Text und Fotos: Sebastian Jüngel